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Spinnen - Fortpflanzung

Entstehung einer Spinne


Spinnen sind getrenntgeschlechtlich, dass heißt, dass es Männchen und Weibchen gibt. Die Genitalöffnungen von Männchen und Weibchen befinden sich am Hinterleib. Die kompliziert gebauten Befruchtungsorgane des Männchens sitzen jedoch auf den Pedipalen.

Das Männchen spinnt ein kleines Netz, in dem es sein Sperma absetzt und dann weiter zum Befruchtungsorgan befördert und es dort vorerst behält. Nach diesem Akt macht sich das Männchen auf die Suche nach einer Partnerin. Der Begattung geht meistens die Balz voraus. Die Balz kann in Form eines direkten Kontakts zwischen Männchen und Weibchen oder akustischen, chemischen bzw. optischen Stimulierungen des Weibchens durch das Männchen geschehen. Es kommt auch vor, dass das Männchen dem Weibchen ein Brautgeschenk - ein durch Giftbiss gelähmtes und in Seide gewickeltes Beutetier - überbringt. Generell ist das Weibchen bei der Balz eher passiv. Wenn das Weibchen es zulässt klettert das Männchen nach einiger Zeit auf das Weibchen und beginnt mit der Begattung. Die Männchen führen dann ihre Pedipalpen in die Samentaschen der Weibchen ein. Hat das Weibchen das Sperma aufgenommen, so kann es dieses für längere Zeit in seinem Körper speichern. Die Befruchtung erfolgt, wenn die Eier einige Wochen nach der Begattung bei der Ablage an dem Sperma vorbeigleiten.


Paarung von Spinnen


Häufig muss das Männchen aufpassen, dass es nicht vom Weibchen gefressen wird. Doch selbst bei Arten, bei denen diese Praxis verbreitet ist, kann das Männchen häufig entkommen. Die Männchen sind früher reif als die Weibchen; je früher sie zu einem Weibchen gelangen, desto besser können sie sich fortpflanzen.


Spinnen schützen ihre Eier durch Kokons. Bei manchen Spinnenarten bewacht das Weibchen den Kokon, bei anderen Arten trägt es ihn mit sich. Für die Aufhängung von Kokons werden feste weiße Fäden gesponnen, für den Kokon selbst braune, weiche, die gut polstern und für ein günstiges Klima in der "Brutkammer" sorgen. Ist das Gebilde fertig, presst die Spinne eine Eikugel mit, je nach Spinnenart variierend, 2 bis 1000 Eiern in den Kokon. Die Eimasse wird gegen den Kokon gepresst und mit Seide versponnen. Der nun recht dicke Kokon ist gut gegen Feinde, Austrocknung und Kälte geschützt. Einige Spinnenarten kümmern sich um den Nachwuchs, bei anderen Arten sterben die Weibchen in den ersten Frostnächten. Nach 15 Tagen bis 8 Wochen schlüpfen Junge aus den Eiern.


Spinnenkokon von Innen Spinnenkokon von Außen

Die Entwicklungsgeschichte einer Spinne lässt sich in eine Embryonalperiode, die die Entwicklung vom befruchteten Ei bis zur Ausbildung der typischen Spinnengestalt umfasst, eine Larvalperiode, in der die Spinne noch keine Nahrung zu sich nehmen kann, und eine Nymphoimaginalperiode, in der die Spinne voll ausgereift und selbstständig ist, gliedern. Erst mit der Reifehäutung ist die Spinne erwachsen und geschlechtsreif.


männliches Kopulationsorgan weibliches Kopulationsorgan


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