Spinnen - GefährdungWodurch sind Spinnen gefährdet?Die Gefährdung einheimischer Spinnen ist ausschließlich durch den Verlust von geeignetem Lebensraum begründet (im Gegensatz zu einigen Vogelspinnenarten, welche durch Sammlerdruck gefährdet sind). Spinnen zeigen z.T. eine sehr enge Bindung an einen bestimmten Mikrolebensraum, der über verschiedenste Faktoren definiert wird wie z.B. Klima, Temperatur, Feuchtigkeit, Lichtverhältnisse, Raumstruktur, Konkurrenz usw. Oftmals brauchen Jungtiere auch andere Lebensräume als die ausgewachsenen Tiere, also ein Nebeneinander verschiedener Makrolebensräume (saisonale Wanderungen). Je enger die Biotopbindung ist, umso gefährdeter ist im Allgemeinen eine Spinnenart. Nur wenige Spinnenarten (meist störungstolerante Arten) haben es geschafft, in der modernen Kulturlandschaft einen Ersatzlebensraum zu finden. Die Gewichtung der Gefährdung ist immer auch an einen Rückgang der (Gesamt-)Populationsgröße geknüpft. Seltenheit an und für sich ist nur ein potentielles Gefährdungsmaß. Der Rückgang von Arten ist bei den Spinnen nur in seltenen Fällen direkt dokumentierbar, da entsprechende Daten aus der Vergangenheit meist fehlen. So wird auch für die "Roten Listen" meist auf andere Kriterien wie eben die Biotopbindung und die Gefährdung der entsprechenden Biotope zurückgegriffen. Die heute bekannte Seltenheit (bzw. der Rückgang) von Arten kann verschiedenste Ursachen haben: Vermutlich handelt es sich bei vielen Fällen selten gefundener Arten um solche, die sehr komplexe Umweltansprüche haben oder nur in eng umgrenzten, wenig verbreiteten oder schwer zugänglichen Lebensräumen vorkommen können. Zudem können anderswo häufige Spinnenarten in Mitteleuropa ihre Verbreitungsgrenzen finden und daher hier natürlicherweise selten sein. Oder es handelt sich um Mikrolebensräume, die bisher aus methodischen Gründen nur selten untersucht wurden (Bodenfallen sind erst seit etwa 40 Jahren im Einsatz, Untersuchungen von Brachestandorten wurden erst in jüngster Vergangenheit gemacht). Ohne genaue Kenntnis der Biotopbindung wird man daher solche Arten höchstens zufällig finden und sie - möglicherweise fälschlich - als "selten" einstufen.
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