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Spinnen - Sinnesorgane

Spinnen - Sehen mit 8 Augen


Man kann die Sinnesorgane in drei Gruppen einteilen: mechanische Sinne (Haarsensillen, Spaltsinnesorgane,Propriorezeptoren), chemische Sinne(Kontaktchemorezeptoren, Tarsalorgane) und optische Sinne. Wenn man die einzelnen Sinne miteinander vergleicht, sind die mechanischen Sinne am deutlichsten und weitesten entwickelt und spielen beim Verhalten der Spinne die überragende Rolle. Für verschiedene Reize sind einerseits verschiedene Rezeptoren ausgebildet, andererseits können äußerlich gleiche Rezeptoren unterschiedliche Funktionen erfüllen.


Mechanische Sinne

Die typischen Mechanorezeptoren werden durch die Haarsensillen repräsentiert, die den ganzen Körper, aber hauptsächlich die Beine, bedecken. Meistens handelt es sich um einfache Tasthaare und die spezialisierten Trichobothrien die auf Luftbewegungen (auch Schalldruckwellen) reagieren. Dadurch ist eine Art "Hören" möglich. Ebenfalls hauptsächlich über die Beine verteilt liegen die Spaltsinnesorgane, die im Exoskelett verankert sind. Sie übermitteln Sinnesreize, die durch Vibrationen oder die Schwerkraft verursacht werden. Die Propriorezeptoren liegen dagegen im Körper und registrieren den relativen Stellungswinkel der Beingelenke, sowie die Position des Körpers. Sie sind also Teil des Gleichgewichtssinn.


Chemische Sinne

Bei der Geruchswahrnehmung liegen die wirksamen Stoffe in gasförmiger Form vor und können deshalb über große Entfernung und oft in geringer Konzentration wirken. So lösen z.B. stark riechende Substanzen wie ätherische Öle eine Fluchtreaktion der Spinne aus. Der Geruchssinn spielt vor allem bei Auffinden des Geschlechtspartners eine Rolle, da diese geschlechtsspezifische Substanzen (Sexpheromone) produzieren .Als Geruchsrezeptoren gelten die Tarsalorgane, kleine Einstülpungen auf den Tarsen der Extremitäten. Die wohl wichtigsten Chemorezeptoren sind aber die Kontaktchemorezeptoren, die vor allem auf den distalen Palpus- und Beinabschnitten stehen. Auf den ersten Blick sehen sie wie normale Tasthaare aus, unterscheiden sich jedoch von diesen durch einen steilen Anstellwinkel, einen S-förmigen Haarschaft und durch eine offene Haarspitze. Sie nehmen die Beschaffenheit und die chemischen Eigenschaften von Objekten wahr. Auch bei der Balz sind die Kontaktchemorezeptoren von großer Wichtigkeit.


Optischer Sinn

Die meisten Spinnen besitzen acht Augen, die fast immer in zwei Reihen angeordnet sind. Entsprechend ihrer Verteilung auf dem Carapax unterscheidet man vordere Mittelaugen (VMA), vordere Seitenaugen (VSA) hintere Mittelaugen (HMA) und hintere Seitenaugen (HSA). Es lassen sich Haupt- und Nebenaugen voneinander unterscheiden. Die Hauptaugen sind immer die VMA. Der optische Sinn ist der bei Spinnen am schlechtesten entwickelte Sinn, z. B. fehlen bei einigen Spinnenarten die Hauptaugen. Dies kommt daher, dass für die meisten Spinnen der optische Sinn nur eine untergeordnete Rolle spielt, da sie ihre Umgebung hauptsächlich über mechanische Reize wahrnehmen.



Schematischer Sagittalschnitt durch ein Hauptauge einer Spinne

Schematischer Sagittalschnitt durch ein Hauptauge . Gk = Glaskörper, N.O. = Nervus opticus.   b) Feinstruktur eines Hauptauges der Trichterspinne Agelena Pg = Pigmentzellen, prM = Präretinale Membran, Rh = Rhabdome, Sz = Sehzelle. c) Die drei Typen der Nebenaugen mit unterschiedlicher Ausbildung des Tapetums (t). PT = primitiver Typ, KT = kahnförmiger Typ, RT = rostförmiger Typ.



Das Zentralnervensystem (ZNS)

Im Vergleich zu anderen Arthropoden ist bei den Spinnen das ZNS extrem kondensiert. Statt einer serialen Ganglienkette ("Strickleiternervensystem"), die sich über sämtliche Körpersegmente erstreckt, befinden sich zwei kompakte Ganglien im Vorderkörper, nämlich das Ober - und Unterschlundganglion. Während der Embryonalentwicklung wandern sämtliche Abdominalganglien in das Prosoma und lagern sich dort an die Gliedmaßenganglien an. Aus diesem Zusammenschluss entsteht das Unterschlundganglion. Das wesentlich kleinere Oberschlundganglion sitzt auf dem vorderen Abschnitt des Unterschlundganglion auf und besteht aus dem Chelicerenganglion und den Assoziationszentren. Das Gewicht des ZNS beträgt bei Vogelspinnen etwa 0,1% des Körpergewichts, bei Wolfsspinnen ca. 2,5% und bei Springspinnen sogar 5%. Dieser Unterschied entsteht u. a. durch die unterschiedliche Ausprägung der optischen Zentren.


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